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Die Pyramiden von Teotihuacán – ein weiterer Kindheitstraum wurde wahr

Ein paar Wochen vor unserer Reise nach Kolumbien entschieden wir ganz spontan, dass es endlich Zeit war, Mexiko zu besuchen. Inspiriert wurden wir von vielen Freunden, die 2025 dort waren – und auch davon, dass einige andere Freunde in den letzten Jahren dorthin gezogen sind. Also passten wir unsere Reisepläne an und bauten noch Mexiko-Stadt mit ein.

Nach unseren vier Tagen in Bogotá flogen wir mit Aeroméxico in etwa vier Stunden nach Mexiko. Wir waren aufgeregt, zum ersten Mal in Mexiko zu sein, und planten sieben Tage ein. Der Fokus der Reise lag auf Mexiko-Stadt, oft auch CDMX (Ciudad de México) genannt. Nach einem Tag zur Eingewöhnung machten wir am zweiten Tag einen Ausflug. Wir besuchten die antiken Pyramiden außerhalb der Stadt: Teotihuacán. Die Stufen dieser uralten Stadt zu erklimmen, war – nach dem Besuch von Machu Picchu im Jahr 2010 – ein weiterer Kindheitstraum, der in Erfüllung ging.

Wie du nach Teotihuacán kommst

Die Anreise nach Teotihuacán war sehr einfach. Wir bestellten ein Uber, das uns vom Hotel abholte und zum Parkplatz am südlichen Ende der Anlage brachte. Die Fahrzeit betrug etwa eine Stunde (40 km nach Norden), und die Kosten waren sehr günstig (unter 30 Euro pro Fahrt). Ich hatte geprüft, ob öffentliche Verkehrsmittel eine Option gewesen wären. Allerdings brauchst du dann etwa zwei Stunden – besonders von Roma Norte, wo wir in Mexiko-Stadt wohnten. Natürlich gibt es auch viele Touranbieter, die Transport und Führung an der historischen Stätte kombinieren.

Kurze Geschichte von Teotihuacán

Lange Zeit wusste niemand, wer Teotihuacán erbaut hatte. Die Ursprünge der Stadt waren geheimnisvoll. Selbst als die Azteken das Gebiet beherrschten, fanden sie eine verlassene Ruinenstadt vor. Sie glaubten, sie sei von den Göttern erbaut worden und dort sei das Universum erschaffen worden.

Heute haben Historiker ein klareres Bild. Sie datieren die Ursprünge auf etwa 300 v. Chr., die Blütezeit lag zwischen 300 und 650 n. Chr. Die beeindruckende Sonnenpyramide wurde bereits um 200 n. Chr. errichtet. Man geht davon aus, dass in dieser Hochphase mehr als 125.000 Menschen auf einer Fläche von 18 Quadratkilometern lebten. Mit etwa 2000 Gebäuden war Teotihuacán eine der größten Städte der antiken Welt. Vermutlich führte ein interner Bürgerkrieg zum Niedergang und zur Aufgabe der Stadt.

Teotihuacán erkunden

Wir kamen am südlichen Ende der riesigen Anlage an (Parkplatz 1, Eingang 1) und wollten von dort aus die gesamte antike Stadt erkunden. Sofort waren wir von der Weite und den beeindruckenden Überresten überwältigt.

Die erste große Anlage, die wir besuchten, war die Zitadelle (Ciudadela) mit dem Tempel der Gefiederten Schlange. Die Stufenpyramide ist von einem großen Innenhof und hohen Mauern umgeben. Die Zitadelle konnte etwa 100.000 Menschen fassen.

Sie diente jedoch hauptsächlich als Sitz der Elite, also der Führungsschicht des Staates von Teotihuacán. Wir stiegen die Treppen hinauf und entdeckten gut erhaltene Verzierungen. Besonders beeindruckend waren die Schlangenköpfe.

Anschließend gingen wir entlang der Hauptachse der Stadt – der „Straße der Toten“. Diese ist etwa 40 Meter breit und vier Kilometer lang. Entlang der Avenue findest du viele Plattformen. Die Azteken hielten sie für Gräber, daher der Name. Heute weiß man, dass es sich um zeremonielle Plattformen mit Tempeln handelte.

Besonders faszinierend war ein Wandgemälde mit einem Puma. Und dann – etwa auf halber Strecke – erreichten wir das nächste Highlight: die Sonnenpyramide, eine der größten Pyramiden der Welt (gemessen am Volumen). Sie ist 75 Meter hoch, jede Seite misst 230 Meter. Sie wurde an einem sorgfältig ausgewählten Ort im Schatten des Berges Cerro Gordoerrichtet – warum das wichtig ist, erkläre ich weiter unten. Derzeit darfst du die Pyramide nicht besteigen, daher machten wir Fotos und gingen weiter zum nördlichen Ende der Stadt.

Am westlichen Ende gelangst du zur Plaza de la Luna mit der Mondpyramide. Diese ist kleiner als die Sonnenpyramide – jede Seite misst etwa 143 Meter, die Höhe beträgt 43 Meter. Sie ahmt die Form des dahinterliegenden Berges Cerro Gordo nach und wurde als Bühne für rituelle Tier- und Menschenopfer genutzt. Es gibt eine Plattform, die du besteigen kannst – dort fanden die Opfer statt. Auch der zentrale Altar auf dem Platz wurde für Rituale verwendet.

Es lohnt sich definitiv, die massiven Stufen hinaufzugehen, um die Aussicht zu genießen und Panorama-Fotos zu machen. 

Nach all den Eindrücken besuchten wir noch das Museum der Teotihuacán-Kultur innerhalb der Anlage (nahe Eingang 5). Anschließend bestellten wir ein Uber zurück zu unserem Hotel in Mexiko-Stadt. Der Tag war einfach perfekt – und wieder ging ein Kindheitstraum in Erfüllung!

Astronomische Ausrichtung von Teotihuacán

Beim Erkunden von Teotihuacán beeindruckten uns die gewaltigen Pyramiden und ihre Geschichte. Doch als wir erfuhren, warum die Stadt genau in diesem Layout gebaut wurde, wurde es noch faszinierender.

Stell dir Teotihuacán wie eine riesige steinerne Uhr vor, die in den Boden gebaut wurde. Die Erbauer richteten die gesamte Stadt nach Sonne und Sternen aus, um im Einklang mit dem Universum zu leben.

Besonders wichtig waren die „magischen“ Daten 30. April und 13. August. An diesen Tagen zeigt die Sonnenpyramide genau auf den Punkt, an dem die Sonne untergeht. Zwischen diesen beiden Daten liegen exakt 260 Tage – die Länge ihres heiligen Kalenders. Indem sie die Pyramide an diesen Tagen mit der Sonne ausrichteten, begann symbolisch ihr religiöses Jahr.

Zudem sollten die Pyramiden wie die umliegenden Berge aussehen. Die Mondpyramide wurde so gestaltet, dass sie perfekt mit dem Cerro Gordo dahinter harmoniert. Am längsten Tag des Jahres geht die Sonne direkt über einem nahegelegenen Vulkan auf – wie ein natürlicher Wecker für die Stadt.

Ein weiteres erstaunliches Merkmal ist, dass die Straße der Toten nicht exakt nach Norden ausgerichtet ist, sondern etwa 15 Grad nach rechts geneigt ist. Man glaubt, dass sie auf die Plejaden ausgerichtet war – ein Sternhaufen, der für alte mesoamerikanische Kulturen sehr wichtig war. Wenn diese Sterne am Himmel erschienen, begann die Pflanzsaison.

Wissenschaftler vermuten außerdem, dass die Mondpyramide zur Beobachtung des Mondzyklus (etwa 19 Jahre) genutzt wurde. So konnten Priester Finsternisse und andere wichtige Himmelsereignisse vorhersagen.

Wir waren tief beeindruckt, als wir all das erfuhren. Teotihuacán war nicht nur ein Wohnort, sondern eine Karte des Himmels. Durch die Ausrichtung ihrer Straßen und Pyramiden im Einklang mit den Sternen fühlten sich die Menschen den Göttern nahe.

Verpasse Teotihuacán nicht, wenn du nach Mexiko-Stadt reist!

Reisetipps für deinen Besuch in Teotihuacán

Hier eine kurze Liste mit Tipps für deinen Ausflug:

  • Bring ausreichend Bargeld mit. Der Eintritt kann nicht mit Karte bezahlt werden, und viele Läden und Restaurants akzeptieren ebenfalls nur Bargeld.
  • Trage Sonnencreme auf. Es kann sehr heiß und sonnig werden, und du verbringst mehrere Stunden ohne Schatten.
  • Kaufe Wasser am Eingang. An heißen Tagen brauchst du viel davon.
  • Je früher du am Morgen kommst, desto weniger Besucher sind da – perfekt für Fotos.
  • Plane mindestens drei Stunden vor Ort ein. Mit An- und Abreise ist es im Grunde ein Tagesausflug von Mexiko-Stadt aus.

Und das Wichtigste: Genieße dieses antike Wunder!

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