Bogota wie ein Einheimischer erleben
Wir kehrten im Januar 2026 erneut nach Bogotá zurück, da uns die Stadt im Jahr zuvor sehr begeistert hatte. Sie war somit ein perfekter Ausgangspunkt für weitere Abenteuer im neuen Jahr.

Bei unseren früheren Besuchen hatten wir schon viel Sightseeing gemacht, doch auch dieses Mal entdecktest du mit uns neue Orte. Besonders gefallen haben uns Aktivitäten abseits der üblichen Touristenpfade.
Außerdem besuchten wir erneut das Goldmuseum Bogotá, da es uns schon 2010 so beeindruckt hatte. Als Basis wählten wir für vier Nächte die bekannte Zona T im Stadtteil Chapinero.
Zona T in Bogotá – ein sicheres Viertel zum Verbleiben und Essen
Von kolumbianischen Freunden hatten wir gehört, dass die Zona T ein sicheres Viertel ist und gleichzeitig voller Restaurants und Nachtleben steckt. Daher buchten wir ein Aparthotel namens BO Living 81. Es war eine solide Unterkunft, sehr sauber, mit großen Apartments zu einem günstigen Preis. Und tatsächlich fühltest du dich jederzeit sicher – selbst nachts auf dem Rückweg zum Hotel.
Das Viertel ist voller Bars und Clubs – besonders am Wochenende ist es sehr lebhaft. Einige Restaurants – wir probierten Andrés D.C. – haben sogar bis 3 Uhr morgens geöffnet. Das Essen dort war gut, aber das Restaurant ist riesig und erstreckt sich über mehrere große Etagen. Generell solltest du beim Ausgehen in Bogotá mit einer lauten Atmosphäre rechnen – auch bei Andrés D.C. Im Untergeschoss befindet sich sogar eine Tanzfläche. Wahrscheinlich mussten wir deshalb einen Eintritt (25.000 Pesos) bezahlen – was uns überraschte, da wir eigentlich nur essen wollten.
In kleineren Seitenstraßen fanden wir gemütliche Cafés mit sonnigen Terrassen für das Frühstück. Außerdem begannen wir, Crepes & Waffles zu lieben – eine kolumbianische Restaurantkette mit einem sehr erfolgreichen Konzept. Die Qualität des Essens ist wirklich gut und die Preise sind sehr fair. Besonders beeindruckend ist die Firmenphilosophie: Das Unternehmen unterstützt gezielt alleinerziehende Mütter und sorgt für ein stabiles Einkommen. 80 % der Mitarbeitenden sind Frauen.
An einem anderen Abend genossen wir ausgezeichnete Tacos bei El Pantera Taquería in der Calle 77a.
Aktivitäten abseits der Touristenpfade in Bogotá
Nachdem wir 2025 die meisten Hauptattraktionen von Bogotá besucht hatten, war es Zeit, die Stadt mehr wie Einheimische zu erleben. Also gingen wir Rad fahren und besuchten Parks außerhalb des Stadtzentrums.
1) Sonntags Radfahren – fühl dich wie ein Einheimischer
Sonntags werden mehrere große Straßen der Stadt bis 14 Uhr für den Verkehr gesperrt und für Freizeitaktivitäten – vor allem zum Radfahren – freigegeben. Deshalb nennt man diese Straßen „Ciclovía“. Doch nicht nur Radfahrer nutzen sie begeistert – auch Jogger und Spaziergänger freuen sich über den zusätzlichen Raum. Der Sonntagmorgen ist dadurch zu einer festen Freizeittradition geworden.
Diese Tradition gibt es seit über 50 Jahren. Sie begann 1974 als Experiment mit einer fünf Kilometer langen Strecke. Heute sind jeden Sonntag über 100 Kilometer Straßen autofrei.




Michael und ich machten mit und mieteten eines der vielen öffentlichen Fahrräder. Das System heißt Tembici. Zum Glück steht es auch Touristen offen (anders als das Fahrradsystem in Barcelona). Die Anmeldung war ganz einfach über die App möglich. Du kannst zwischen verschiedenen Tarifen wählen – Monatsabos für Einheimische oder einen Tagespass. Für Letzteren zahlst du eine kleine Grundgebühr plus einen Minutenpreis. Wir zahlten etwa 4 Euro für zwei Stunden – wirklich günstig!



Da wir beide gerne Rad fahren, war das eine unglaublich positive Erfahrung. Bogotá ist eine Autostadt mit entsprechend hoher Luftverschmutzung – deshalb war es wunderbar, diese Zeit mit weniger Abgasen und weniger Lärm zu genießen. Zu sehen, wie viele Menschen mit den unterschiedlichsten Aktivitäten teilnehmen, zeigt, wie wichtig diese Ciclovía-Sonntage geworden sind.
Nach zwei Stunden und 23 Kilometern ohne Pause fühlten wir uns etwas müde und stellten die Fahrräder an einer der vielen Stationen in Chapinero wieder ab. Wir waren richtig glücklich – es fühlte sich nach einer echten lokalen Erfahrung an!

2) Parks in Bogotá und die Virgilio-Barco-Bibliothek
ch hatte von dem architektonischen Highlight der Biblioteca Pública Virgilio Barco gehört, die in einem der Parks von Bogotá liegt. Bei meiner Recherche stellte ich fest, dass mehrere Parks miteinander verbunden sind, wenn du von Chapinero Richtung Flughafen gehst. Also nutzten wir die Gelegenheit für einen langen Spaziergang in ruhigerer Umgebung.

Mit einem Uber fuhren wir vom Hotel zum Parque de los Novios – einem hübschen Park mit einem großen See in der Mitte. Wir schlenderten darum herum, tranken Kaffee an einem der vielen Stände und genossen das schöne Wetter. Da es Samstag war, verbrachten viele Einheimische dort entspannt ihren Nachmittag.
Anschließend gingen wir weiter zum benachbarten Parque Virgilio Barco, wo sich auch die Bibliothek befindet. Virgilio Barco Vargas war ein ehemaliger Präsident Kolumbiens und zuvor Bürgermeister von Bogotá. Die Bibliothek wurde 2001 eröffnet. Wir gingen hinein, spazierten um das Gebäude herum und auch hinauf auf das Dach, wo du eine schöne Aussicht genießen kannst. Das moderne Gebäude ist ein echtes architektonisches Juwel und absolut sehenswert.




Etwas müde (wir waren am Vorabend noch feiern gewesen) gingen wir weiter zum Parque Simón Bolívar. Simón Bolívarwar der Befreier Kolumbiens, Venezuelas und weiterer südamerikanischer Länder vom spanischen Kolonialismus. Auf all unseren Reisen nach Venezuela und Kolumbien begegneten wir dieser bedeutenden historischen Figur immer wieder – fast schon eine kleine Obsession, die uns auch an wunderbare Orte führte.
- So besuchten wir 2005 sein Grab im Panteón Nacional in Caracas.
- 2007 waren wir auf dem Campo de Carabobo in Venezuela, wo Bolívar die entscheidende Schlacht für die Unabhängigkeit gewann.
- Im Januar 2026 besichtigten wir sein Wohnhaus in Bogotá und auch den Ort seines Todes in Santa Marta.
Beim Spaziergang durch den Park entdeckten wir schließlich eine große Statue von Simón Bolívar. Zufrieden machten wir uns danach auf den Rückweg ins Hotel – Zeit für ein wohlverdientes Nickerchen.




Leuk om te lezen, heren!